Die Möbelfabrik Julius Groschkus zählte um die Wende zum 20. Jahrhundert zu den renommiertesten Werkstätten Berlins. Als Hoftischlermeister und Hoflieferant Seiner Majestät des Kaisers fertigte Groschkus Möbel höchster Handwerkskunst – geprägt von aufwendiger Form und makelloser Qualität.
Ein zuverlässiges Merkmal zur Einordnung ist die Geschichte der Kennzeichnung: Frühe Werke vor 1882 blieben unsigniert, ab 1892 versah Groschkus seine Möbel mit einem ovalen Firmenstempel in den Schubkästen. Um 1900 kam die Bezeichnung „Hoftischlermeister“ hinzu, ab 1905 wurde der Firmenname sogar als Intarsie in das Möbelstück eingelegt.

Ein historischer Auskunftsbeleg zur Firma Groschkus ist bis heute im Landesarchiv Berlin erhalten und dokumentiert die Firmeninhaber sowie deren Familie.
Charakteristisch für Groschkus-Möbel ist das reich gestaltete Beschlagwerk, oft von Hand ziseliert. Die Handhaben an Schubkästen großer Buffets sind meist aus Holz oder kunstvoll in Messing gearbeitet. Besonders hervorstechend sind fein, meist plastisch geschnitzte Figuren und bildliche Darstellungen sowie aufwendig in Handarbeit gestaltete Kapitellabschlüsse der Säulen. Im Innenbereich von Aufsatzbuffets finden sich häufig feine Einlegearbeiten als Verblendung der Türfüllungen.
Bei der Materialwahl setzte die Werkstatt bevorzugt auf ausgewählte Hölzer wie Nussbaum und Eiche, daneben kamen aber auch weitere Holzarten zum Einsatz. Der handwerkliche Schwierigkeitsgrad der aufwendigen Schnitz- und Intarsienarbeiten war dabei außergewöhnlich hoch und erforderte jahrelange Erfahrung der beteiligten Tischler.











Zu den bekannten erhaltenen Arbeiten der Hoftischlerei Julius Groschkus zählen ein Aufsatzbuffet, das Teil der Pariser Weltausstellung war, sowie ein Kabinettschrank aus der Werkstatt um 1890.
Weitere Arbeiten aus der Hoftischlerei Julius Groschkus: ein Kleiderschrank in Eiche und ein Aufsatzbuffet in Eiche.